Wutanfälle bei hochsensiblen Kindern
“Mein hochsensibles Kind hat so krasse Wutausbrüche!“
Wenn ich im Coaching dann sage: „Ja. Gut so.“ – schauen mich viele Eltern erstmal irritiert an.
Dabei ist es eigentlich ein gutes Zeichen. Denn so herausfordernd diese Momente auch sind:
Dein Kind fühlt sich bei dir sicher genug, seine Gefühle zu zeigen – auch die starke Wut.
Natürlich ist es nicht in Ordnung, wenn dabei andere verletzt werden. Aber die Wut selbst ist erstmal nur ein Gefühl.
Sie zeigt: Hier stimmt gerade etwas nicht für mich. Hier wurde eine Grenze überschritten.
Und das spricht dein Kind deutlich aus – in der Sprache, die ihm zur Verfügung steht. Treten, Schreien, Heulen.
Warum du bei Wut erstarrst, abhaust oder zurückschreist
Viele Eltern sagen, dass sie selbst nicht mehr klar denken können, wenn ihr Kind einen Wutanfall hat.
Vielleicht fühlst du dich wie eingefroren. Oder du willst am liebsten aus der Situation raus. Oder du wirst selbst laut.
Diese Reaktionen haben nichts mit Schwäche zu tun, sondern mit der Funktionsweise unseres Nervensystems:
Fight – Flight – Freeze sind automatische Schutzmechanismen, die besonders dann anspringen, wenn es früher mal emotional überwältigend war.
Oft wirken dabei auch transgenerationale Prägungen mit.
Wenn du zum Beispiel selbst nie lernen durftest, wie man mit Wut gesund umgeht, kann es sein, dass heute in deinem System alte Muster aktiviert werden – einfach, weil sie lange unbewusst weitergegeben wurden.
Was mir ganz wichtig ist: Es ist nicht deine Schuld. Und gleichzeitig können wir es verändern – für dich und für dein Kind.
Wut ist nichts Schlechtes
Wut zeigt uns, dass etwas nicht passt.
Gerade hochsensible Kinder spüren oft sehr genau, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Wenn sie lernen dürfen, ihre Wut auszudrücken und gehalten zu werden, entsteht etwas Wertvolles:
Selbstwirksamkeit, emotionale Sicherheit und echtes Vertrauen.
Was wir bei hochsensiblen Kindern oft übersehen
Manchmal steckt hinter dem Wutausbruch auch gar nicht der eine Moment, der ihn ausgelöst hat. Hochsensible Kinder sammeln über den Tag viele Eindrücke, Geräusche, soziale Situationen, Erwartungen. Irgendwann ist das Nervensystem einfach voll. Und dann reicht die kleinste Kleinigkeit.
Das nennt sich Reizüberflutung – und wenn du das erkennst, verändert sich auch dein Blick auf die Wut. Nicht: „Warum macht es so eine Szene wegen dem Nichts?" Sondern: „Ah. Das Fass war schon voll."
Einladung zum Elternabend ♡
Du hast das Gefühl, dass nur ihr diese Themen habt? Dass mit eurem Kind “was nicht stimmt” und dass ihr gefühlt schon alles probiert habt? Dann komm so gerne zu meinem Elternabend. Ich spreche mit euch darüber, warum die gängigen Erziehungstipps bei hochsensiblen Kids oft nicht funktionieren und was das hochsensible Nervensystem stattdessen braucht. Und wie es auch für euch endlich leichter werden kann.
Alles Liebe für dich,
Susanne